Wie wir von Bexio nach Odoo gewechselt haben
Bexio raus, Odoo rein: Was wir bei der Migration unserer Buchhaltung gelernt haben
05.05.2026 | Intern
Bexio hat in unserem Unternehmen jahrelang einen grossen Teil der finanziellen Abläufe abgedeckt: Debitoren, Kreditoren, Banksynchronisation, Buchhaltung, Löhne und Zahlungen. Das System war stabil, gut bedienbar und hat seinen Zweck erfüllt. Das ist wichtig, das vorab zu sagen.
Sobald wir uns aber entschieden hatten, unsere Geschäftsprozesse vollständig in Odoo abzubilden, war eine Insellösung keine Option mehr. Hier ist ein ehrlicher Bericht darüber, was die Migration mit sich gebracht hat – und was wir daraus mitnehmen.
Was wirklich rüber musste
Eine Buchhaltungs-Migration ist nicht nur eine Frage der Daten. Sie ist eine Frage der Vollständigkeit. Was wir aus Bexio nach Odoo überführen mussten:
- Stammdaten: Kunden, Lieferanten, Konten – die Grundlage von allem. Hier zeigt sich schnell, wie sauber oder unsauber die Daten über die Jahre gepflegt wurden.
- Historische Buchungen: Sämtliche Kreditoren-, Debitoren- und Spesenbuchungen mit ihrem ganzen Detail. Inklusive der originalen PDF-Belege, die wir nicht verlieren wollten – denn was nützt eine korrekte Buchung, wenn der zugehörige Beleg fehlt? Und auch die Zahlungen wollten wir sauber migrieren.
- Offene Posten: Rechnungen, die zum Stichtag noch nicht beglichen waren, mussten sauber weitergeführt werden, ohne dass etwas durchs Raster fällt.
Drei Erkenntnisse, die wir gerne teilen
1. Den Kontenplan zuerst sauber abgleichen
Wer den Kontenplan zwischen Alt- und Neusystem nicht zuerst auf eine saubere Basis bringt, baut sich ein Problem ein, das in jeder einzelnen Buchung wiederkehrt. Wir haben uns dafür Zeit genommen, bevor überhaupt eine Buchung migriert wurde. Im Nachhinein war das eine der besten Entscheidungen.
2. Mehrwertsteuer-Codes nicht unterschätzen
In Bexio ist die Mehrwertsteuer-Logik weitgehend vorgegeben und funktioniert mehr oder weniger automatisch. In Odoo lässt sich das deutlich flexibler abbilden – was gleichzeitig bedeutet, dass man bewusst entscheiden muss, wie die Codes funktionieren sollen. Ohne saubere Vorbereitung gibt es spätestens beim nächsten Quartalsabschluss Überraschungen, auf die man verzichten kann. Mit sauberer Vorbereitung gewinnt man dafür eine Flexibilität, die in Bexio nicht möglich war.
3. Eine Eröffnungsbilanz als Stichtag wählen
Die saubere Variante ist, an einem definierten Stichtag mit einer Eröffnungsbilanz im neuen System zu starten. Alles davor bleibt sauber dokumentiert im Altsystem (oder im migrierten Archiv), alles danach läuft in Odoo. Das macht die Migration nachvollziehbar und erspart endlose Diskussionen darüber, ob eine bestimmte Buchung jetzt im einen oder anderen System verbucht ist.
Die positive Überraschung
Was wir uns schwerer vorgestellt hatten, als es war: die Anpassbarkeit von Odoo. Workflows, Felder, Auswertungen – vieles davon lässt sich konfigurieren, ohne gleich programmieren zu müssen. Das System ist erstaunlich offen für die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens, ohne dass man sofort tief in den Code eingreifen muss.
Gerade in der Buchhaltung, wo man oft mit eigenen Reports, eigenen Workflows oder kleinen Eigenheiten arbeitet, ist diese Flexibilität ein echter Pluspunkt.
Was bleibt
Die Migration war nicht trivial. Aber sie war machbar – mit der richtigen Vorbereitung, einer klaren Reihenfolge und der Bereitschaft, sich mit den eigenen Prozessen ehrlich auseinanderzusetzen.
Bexio bleibt für viele KMU eine gute Wahl. Wer aber den Schritt von der Insellösung zur integrierten Plattform machen will, findet in Odoo ein flexibles und solides Fundament. Unsere Erfahrung zeigt: Der Aufwand lohnt sich – nicht nur wegen der Lizenzkosten, sondern vor allem, weil danach alles in einem System zusammenläuft.